OBD 1 Fehlercode lesen ohne Scanner

Obd1 Diagnose mit Bordmitteln

On Board Diagnostic OBD ist für US Fahrzeuge ab Mitte der 80er Jahre erhältlich gewesen. Wie bei anderen Entwicklungen war die Corvette von General Motors eines der ersten Fahrzeuge mit dieser Technik.

Hier wird nun gezeigt wie dort die Fehlercodes ohne Zusatzgerät(Scanner) ausgelesen werden können.

Die Geschichte der OBD

Die frühen ECM (Engine Controll Module) wurden auf der Basis der ALDL (Assembly Line Diagnostic Link) aufgebaut. ALDL war aber nur ein genormter Stecker der die Diagnose am Kabelbaum des Fahrzeuges erleichtern sollte.Die einfachen ALDL’s hatten keinen Microprozessor und auch kein Kommunikations-Protokoll.

Die ersten OBD waren mit 8Bit Prozessoren und einem Eprom ausgestattet was die Daten für Zündung und Gemischaufbereitung enthielt. Für eine entsprechende Anpassung dieser Daten wurde die Haupteinheit (ECM) aufgeschraubt und das Eprom ausgelötet. Mit einem IC Sockel an gleicher Stelle konnten dann die original ECM’s für entsprechendes Tuning mit anderen Eproms angepasst werden.

Ein Eprom kann nur einmal “gebrannt” werden um die Daten zu speichern. Nach diesem einmaligen Speichervorgang kann es nur den einen Datensatz liefern. Für eine Änderung der Daten muss erneut ein Eprom gebrannt werden.

Später wurden dann zur Kontrolle von Automatik-Getrieben auch die TCM(Transmission Control Module) mit eingebunden.

In den 90er Jahren wurden dann diese Einzelkomponenten zu modernen PCM (Powertrain Control Module) zusammengefasst.

Nun sind Fahrzeuge mit diesen Komponenten auch zu Oldtimern geworden und hier muss natürlich auch die Systempflege weiter geführt werden. Dabei stehen die Werkstätten und Besitzer von solchen Autos vor einigen Problemen.

  1. Welche Werkstatt hat überhaupt noch die alten Diagnosegeräte?
  2. Selbst wenn Software verfügbar ist, wer hat noch einen alten Windows 98 Rechner, womöglich noch mit Diskettenlaufwerk?
  3. Bekomme ich noch Ersatzteile?
  4. Wie bekomme ich Informationen?

Zumindest für die OBD1 der ersten Jahre 80er bis ende 90er, gibt es bei den US Fahrzeugen aber gute Unterstützung.
Es sind genügend Ersatzteile vorhanden und die Diagnose dieser Systeme ist sogar ohne spezielle Geräte selbst durchzuführen.

Kontakt zur Aussenwelt (Idiot Light)

Die Liebhaber solcher Autos kennen sicher alle diese Gelbe Lampe im Amaturenbrett.
In Fachkreisen wird hier vom Idiot Light gesprochen.

Der Name kommt nicht, wie einige Leute meinen, vom idiotischen Umgang mit der Fehlerbeseitigung einiger Mechaniker mexikanischer Abstammung, die einfach die Birne abklemmen oder das Feld im Amaturenbrett mit Klebeband zukleben.

GM wollte damit kundtun das diese Lampe idiotensicher das Motormanagement überwacht und die Fehler-Diagnose bei Problemen extrem erleichtert.

Insofern diese nicht von einem mexikanischen Mechaniker entsprechend “optimiert” wurde, sollte diese beim Starten des Motors kurz aufleuchten und dann erlöschen.

Bleibt die Lampe mit dem Motorsymbol oder dem Spruch CHECK ENGINE aber bei laufendem Motor an, so ist das ein Indiz dafür, dass die Motorsteuerung nicht korrekt arbeitet und einen Fehler meldet.

Hier gleich ein Tip für Fahrzeugkäufer. Bleibt die Lampe an, Finger weg vom Kauf des Fahrzeugs.

Der Schwachpunkt bei diesen OBD Systemen ist allerdings das Zusammenspiel der Komponenten. Die Ingenieure haben sich zwar entsprechende Fehlercodes ausgedacht um die defekten Komponente zu lokalisieren, nur leider ist so ein Verbrennungsmotor eine doch recht komplexe Sache.
In der Praxis gibt es immer wieder Fehlercode-Anzeigen die durch die Auswirkung eines anderen defekten Bauteils generiert werden . Somit wurde die Fehlersuche durch die OBS’s nur rudimentär etwas verbessert.

Allerdings hat so ein im Auto mitgeführter kleiner Computer auch seine Vorteile. Die komplexen Abläufe können so besser geregelt werden und die Effizienz des gesamten Fahrzeugs steigt merkbar.

Es gibt da zwei Hauptbereiche, einmal die Sensoren und zum anderen die Aktoren. Der eine Bereich zeichnet die Daten auf und der andere steuert dann die Bauteile.

Gemessen werden zum Beispiel folgende Daten:

  • Temperatur (Kühlwasser)
  • Luftmenge/Luftdruck/Vacuum MAP oder MAF
  • Benzindruck (nicht bei allen Systemen)
  • Drehzahl
  • Lambda (Restsauerstoff im Abgas)
  • Drosselklappenposition
  • Systemspannung
  • Kurbelwellenposition
  • Fahrzeuggeschwindigkeit
  • Motorklopfen
  • Fehlzündungen
  • Nockenwellenposition

Hieraus werden dann die Steuerdaten für folgende Bauteile berechnet:

  • Zündanlage
  • Benzineinspritzung (wenn vorhanden)
  • Lüfter
  • Spannungsregelung
  • Druckregulator
  • Automatikgetriebe
  • und viele Weitere wie ABS oder Getriebesteuerung

Diagnose mit Bordmittel

Um eine Frühe OBD1 in den Diagnose Modus zu versetzten reicht eine einfache Kabelbrücke zwischen zwei PINS. Anschließend die Zündung einschalten und die Lampe beobachten.

  1. Zündung ausschalten
  2. Kabelbrücke wie auf dem Bild zu sehen in die Steckleiste klemmen
  3. Zündung wieder auf Ignition stellen (nicht Starten).

An diesem Punkt sollte das Idiot light jetzt sequenziell blinken.
Es folgen die Ziffern im 3er Rhythmus.

Gestartet wird mit er Zahl 12 also

eins – zwei
eins – zwei
eins – zwei

Danach kommen die Fehlercodes jeweils wieder im 3er Rythmus.

Zum Beispiel

Vier – eins
Vier – eins
Vier – eins

das wäre dann der Code 41 Cam Sensor Circut.

Kommen keine Codes mehr wird wieder mit Code 12 abgeschlossen.

Also im Grunde eine einfache Sache.

Die Nachfolgende Tabelle mit GM Fehlercodes gibt eine Übersicht über die möglichen Ursachen.
Wie aber bereits oben beschrieben können die Codes auch durch andere Komponenten ausgelöst werden. Damit wir die Sache dann schon wieder etwas schwieriger.

12- diagnostic mode

13- 02 sensor or circuit

14- coolant sensor or circuit/ high temp indicated

15- coolant sensor or circuit/ low temp indicated

16- system voltage out of range

19- crankshaft position sensor or circuit

21- throttle position sensor or circuit- voltage high

22- throttle position sensor or circuit- voltage low

23- mixture control (m/c) solenoid or circuit (carbureted models)

23- manifold air temperature (mat) sensor or circuit (1990 and earlier models)

23- intake air temperature (iat) sensor circuit (fuel-injected models) 24- vehicle speed sensor (vss) or circuit

25- manifold air temperature (mat) sensor or circuit – high temperature indicated (1990 and earlier models)

25- intake air temperature (iat) sensor or circuit – high temperature indicated (1991 and later models)

26- quad driver module circuit

27- quad driver module circuit

28- quad driver module circuit

29- quad driver module circuit

31- park/neutral position (pnp) switch circuit

32- baro sensor or circuit (carbureted models)

32- egr circuit (fuel-injected models)

33- manifold absolute pressure (map sensor signal voltage high

33- mass air flow (maf) sensor or circuit – excessive airflow indicated

34- manifold absolute pressure (map) sensor signal voltage low

34- mass air flow (maf) sensor signal – low airflow indicated

35- idle speed control (isc) switch or circuit (shorted) (carbureted models)

35- idle air control (iac) valve/ circuit

38- brake switch circuit

39- torque converter clutch (tcc) circuit

41- no distributor signals to ecm, or faulty ignition module ( carbed models)

41- cylinders select error- mem-cal or ecm problem ( fuel-injected models

41- cam sensor circuit (3.8 engine)

42- bypass or electronic spark timing (est) circuit

43- low voltage at ecm terminal l (carbureted models)

43- knock sensor circuit

44- oxygen sensor or circuit – lean exhaust detected

45- oxygen sensor or circuit – rich exhaust detected

46- power steering pressure switch circuit

48- misfire diagnosis

51- prom, mem-cal or ecm problem

52- calpak or ecm problem

53- egr fault (carbureted models only)

53- system over-voltage (ecm over 17.7 volts)

54- mixture control (m/c) solenoid or circuit (carbureted models)

54- fuel pump circuit (1986 and later models)

55- oxygen sensor circuit or ecm

55- fuel lean monitor (2.2l engine)

61- oxygen sensor signal faulty (possible contaminated sensor)

62- transaxle gear switch signal circuits

63- manifold absolute pressure (map) sensor voltage high (low vacuum detected)

64- manifold absolute pressure (map) sensor voltage low (high vacuum detected)

66- pressure sensor or circuit air conditioning

2 thoughts on “OBD 1 Fehlercode lesen ohne Scanner”

  1. Hallo
    Habe da mal eine Frage ? ich habe einen Ford Falcon 190 Camper mit 5,8l Windsor Motor von 1988 bj hat der auch eine OBD1 und wenn wo kann ich den Stecker finden . In dem Amaturenbrett gibt es eine menge Kontrollleuchten die auch zusätzlich eingebaut sind die aber angeschlossen sind aber nicht Leuchten . Mein Problem ist Fzg geht im Leerlauf einfach aus , der Leerlaufsteller regelt , plötzlich öffnet der LLSteller weiter hört man am Ansauggeräusch und geht aus .

    1. Hallo Jürgen,
      also wo der Stecker bei deinem Camper ist kann ich nicht sagen. Diese Umbauten haben fast alle eine andere Stelle wo das verbaut wird.

      Beim 250er Ford Pickup ist der Stecker links unterhalb der Lenksäule hinter der Verkleidung.
      Im Zweifel am besten die ECU im Motoraum suchen und die Kabel verfolgen.

      1988 Sollte normal eine einfache Einspritzanlage (TBI) verbaut sein.

      – Hast du ein IDIOT LIGHT am Amaturenbrett?
      – Leuchtet das wenn du nur die Zündung einschaltest?
      Versuch mal ein oder mehrere Kabel der MAP, TPS oder MAF Sensoren der Motorsteuerung abzuziehen.
      Es ist möglich einen Notlauf zu provozieren wenn einer der Messensoren keine Daten mehr liefert.
      Damit Läuft der Motor im Notprogramm und man kann in Ruhe nach dem Fehler suchen.

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