Put a Pontiac into your Pontiac

Was einfach klingt, ist doch schwieriger als es auf den ersten Blick scheint. “Ach bei den Amis da passt doch eh alles zusammen”. Nun bei der folgenden Operation war dann doch einiges mehr anzupassen als geplant.

Fangen wir vorne an. Ein 67er Pontiac Bonneville mit geschätzt 1 Mio Kilometer und einem, dem Anschein nach, noch originalen Antrieb, ist das Fahrzeug für die Story. Da der Motor auf einem Zylinder nicht mehr so schön lief, sollte nun die Generalüberholung laufen.
Damit das Fahrzeug aber weiterhin in Betrieb bleiben kann, wurde ein Motor für den Zeitraum der Überholung gesucht, der einfach als Ersatz eingebaut werden kann. Ein vorhandener Motor aus einem 10 Jahre jüngeren Pontiac war die Wahl. Im Prinzip sind die beiden 400 cui Pontiac Motoren baugleich, aber in der Praxis sind doch einige Punkte sehr unterschiedlich.

Also starten wir erstmal mit dem Ausbau des alten Motors. Nach einer ersten Sichtprüfung habe ich mich entschlossen das Fahrzeug vor dem Ausbau mit etwas Eisstrahlen von der angesammelten Pecke aus Schmutz, Fett und Öl reinigen zu lassen. Getriebe und Motor waren mit einer ca 1 cm starken Pelzschicht überzogen. Da keine eigene Garage zur Verfügung stand, wurde der Motortausch in einer Mietwerkstatt durchgeführt. Um vor Ort ein Zeitlimit von 3 Tagen einhalten zu können, wurde der neue Motor komplett als “Turn Key” vorbereitet und mit Vergaser Wasserpumpe und Verteiler bereitgestellt. Die. Anbauteile sind aber 1977 alle etwas anders als 1967 was im Laufe der “Transplantation” auch noch zu sehen sein wird.

Die Transplantation beginnt:

Zum Buchungstermin steht der Bonneville auf der Hebebühne bereit und die Garapo Car Ambulanz ist vor der Halle geparkt. Als erstes werden die Batterie abgeklemmt, sowie alle Aggregate demontiert und abgelegt. Luftfilter, Kühlerabdeckung, Keilriemen, Lüfter, Lichtmaschine. Dann geht es weiter mit dem Ablassen des Kühlwassers. Ich öffne hierfür den Entlüftungsanschluss an der Unterkante des Kühlers. Damit das Wasser besser herauskommt, einfach den Kühlerdeckel mit öffnen. Dann entferne ich die Schläuche vom Kühlwasser zum Motor und zur Heizung. Damit der Kühler demontiert werden kann, müssen nun noch das Luftleitblech und die Ölkühlerleitungen vom Getriebe abgeschraubt werden. Da ich mich bei diesem Motorwechsel dazu entschlossen habe ohne Ausbau des Getriebes zu arbeiten, mache ich einen Schlauch über beide Anschlüsse um das Auslaufen von Getriebeöl zu verhindern. Ist das Kühlwasser raus, kann der Kühler vorsichtig herausgehoben werden. Dann die Halter von der Lichtmaschine und Servolenkung ausbauen und die Servopumpe an einem geeigneten Platz im Motorraum mit einem Kabelbinder übergangsweise befestigen.

Als nächstes die Elektroanschlüsse von Lichtmaschine, Wassertemperatur, Öldruck, Zündanlage sowie die Massekabel (3 Stück) abschrauben und das Gasgestänge mit dem Halter auf der Ansaugspinne ausbauen. Nun noch die Unterdruckleitung für Heizung, Bremskraftverstärker und Getriebe abziehen. Die Klimaanlage hatte ich schon vor ein paar Wochen komplett demontiert. Dann das Auto auf der Hebebühne nach oben fahren oder auf dem Rollbrett an der Unterseite weitermachen. Als nächstes die Wandlerabdeckung lösen und die Wandlerschrauben zur Flexplatte entfernen. Hierzu muss der Motor jeweils ca. 90 Grad weiter gedreht werden. Ich mache das mit einem großen Schraubendreher direkt am Zahnkranz. Wem das zu lange dauert, der kann das auch mit einer großen Nuss vorne an der Kurbelwelle tun. Sollte der Motor zu schwer drehen, kann das Ausbauen der Zündkerzen helfen. Sind die Wandlerschrauben ab, kann der Wandler leicht in Richtung Getriebe geschoben werden, dadurch lässt sich der Motor besser vom Getriebe trennen und der Wandler bleibt im Getriebe zurück. Weiter an der Unterseite mit den Motorlagerschrauben, Benzinleitungen, Anlasser mit Kabel, Auspuffanschlüssen. Dann kann schon einmal bis auf zwei Schrauben das Getriebe vom Motor abgeschraubt werden. Nun von unten prüfen ob der Motor soweit frei ist, dann weiter von oben. Die Schrauben der Motorhaube an der Position markieren, Spritzwasser und Lampe trennen , dann Motorhaube abschrauben. Hierfür sind aber mindestens zwei Personen erforderlich. Beim Abstellen der Haube etwas unterlegen, damit die Ecken nicht beschädigt werden.

Als nächsten Schritt wird der Motorraum von oben nochmals auf evtl. vergessene Verbindungen geprüft.
Zum Herausheben habe ich mich für einen 2 Tonnen Motorheber und die Vergaserliftplatte entschieden. Hierzu wir der Vergaser noch vom Motor geschraubt und anschließend die Liftplatte montiert. Nun wird der Motorkran in Position gebracht und an der Liftplatte befestigt. Nun noch einen Wagenheber unter das Getriebe und mit dem Kran den Motor leicht anheben.
Jetzt werden die letzten beiden Schrauben die Motor und Getriebe noch verbinden gelöst. Keine Angst der Motor stützt sich noch auf die Führungsbolzen zum Getriebe.
Mit einem leichten Ruck und etwas Anheben des Motorkrans löst sich der Motor nun vom Getriebe. Bitte auf den Wagenheber am Getriebe achten. Vor dem entgültigen Ausheben des Motors nochmal die Liftplatte prüfen, ob der Motor gerade hängt gegebenenfalls noch einmal absetzen und vorsichtig umhängen.
So und nun kommt der alte Motor aus dem Auto.


Wie der neue Motor eingebaut wird kommt im nächsten Teil.

2 thoughts on “Put a Pontiac into your Pontiac”

  1. Hallo ich bin Mario Mayer . Ich suche eine Motorliftplatte. Wo bekomme ich so etwas? Ich habe schon überall gesucht, und nix gefunden. Für eine Info wäre ich sehr dankbar. MfG Mario

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