Die richtige Füllmenge für US Automatikgetriebe

Überfüllte Automatik

Zu wenig Öl ist für ein Automatikgetriebe genau so schlecht wie zu viel Öl. Mit dem überfüllen eines Getriebes kann dies schnell undicht werden. Die überflüssige Ölmenge wird bei der Fahrt durch die Simmerringe gedrückt und kann diese dann beschädigen. Bei extrem überfülltem Getriebe können sogar Kupplungsteile oder Zahnräder beschädigt werden.

Die Füllmenge der Getriebe wird über einen Peilstab im Motorraum gemessen. Und zwar immer bei warmen Getriebeöl, laufendem Motor und Wählhebel in der Parkposition.

Hier nun eine Tabelle mit den Daten für die am häufigsten verwendeten Getriebe.

Achtung! diese Angaben sind ohne Gewähr und können je nach Bauart des Fahrzeuges abweichen. Ein TH400 in einem Cadillac hat meistens eine Standard-Ölwanne, wobei bei einem C-30 Pickup wahrscheinlich eine große Ölwanne montiert ist.

GetriebeFüllmenge in Lieter
Ford C66,6 l
Ford C45,2 l
GM Powerglide3,8 l
GM TH3503,8 l
GM TH4005,7 l
GM TH700R45,7 l
GM 4L60E5,7 l
GM 4L80E5,7 l
GM 200R45,7 l
Ford AOD, AODE6,2 l
Chrysler TF 727 und TF9044,7 l
Drehmoment Wandler
7″ /  ca. 180 mm1,9 l
8″ /  ca. 200 mm1,9 l
9″ /  ca. 230 mm2,4 l
10″ / ca. 260 mm2,8 l
11″ / ca. 280 mm3,3 l
12″ / ca. 300 mm 3,8 l
13″ / ca. 330 mm4,7 l

ACHTUNG NUR RICHTWERTE!

Immer darauf achten, dass bei zunehmender Temparatur auch die angezeigte Ölmenge am Peilstab nach oben geht. Hier ist der Kraftschluss der Hinterräder ein gutes Zeichen für die ausreichende Menge. Hat ein Geriebe zu wenig Öl, findet der Kraftschluss nicht statt.

Ist das Getriebe alt und verschlissen, so kann es vorkommen, dass der Kraftschluss erst bei Überfüllung und/oder hoher Temparatur entsteht. Auch ein anheben der Motordrehzahl kann dies bewirken.

Hier sollte man dann eine Getriebeüberholung einplanen.

Befüllung bei einem NEUEN Getriebe

Für eine korrekte Füllmenge bei einem neuen Getriebe bitte wie folgt vorgehen:

  1. Ölwanne am neuen Getriebe prüfen und mit der alten vergleichen. Wenn die neue größer ist einfach die Differenz ermitteln.
  2. Die Ölmenge laut Tabelle von Getriebe und Wandler zusammen rechnen. Die ermittelte Differenz der Ölwanne (wenn vorhanden) aufschlagen.
  3. Gesamtmenge abrunden auf eine Kommastelle. (X.X l)
  4. Fahrzeug anheben, so das die Antriebsräder frei sind (Sicherung des Fahrzeugs beachten!)
  5. Die aus der Tabelle entnommene Füllmenge in das Getriebe über den Peilstab einfüllen. (Langsam mit ca. 2-3 Liter anfangen und nicht gleich die komplette Menge einfüllen)
  6. Am Peilstab den Füllstand prüfen (ist der Peilstab unten leicht mit Öl bedeckt Motor Starten und kurz laufen lassen).
  7. Ist kein Öl am Peilstab, weiter mit einem halben Lieter pro Prüfung bis Öl zu sehen ist.
  8. Wenn der Peilstab nichts eindeutiges Anzeigt (Ölverschmiert ist) unterbrechen und einen Kaffee trinken oder eine rauchen.
  9. Ist etwas Öl am Peilstab, kann der Motor angelassen werden. Dann die Fahrstufen langsam durchschalten und beobachten ob die Räder sich bewegen und Kraftschluss entsteht. Vorsichtig weiter befüllen bis die Räder einen Kraftschluss zeigen.
  10. Bei etwa 90% der berechneten Gesamtmenge (Wandler und Getriebe) sollte bereits Kraftschluss an den Hinterrädern zu sehen sein. Ist der Peilstab dann kurz über ADD den Vorgang unterbrechen und eine vorsichtige Probefahrt machen.
  11. Am nächsten Tag das Getriebeöl auf Temperatur bringen und bei laufendem Motor in der Park Position den Ölstand noch einmal prüfen. Ist der Ölstand eindeutig auf ADD oder sogar darunter den Rest der Füllmenge nachfüllen.

Füllung nach dem Ölwechsel

Bei einem Standard-Ölwechsel wird nur der Inhalt der Ölwanne aus dem Getriebe abgelassen. Das Öl im Wandler kann bei einigen Fahrzeugen auch zusätzlich über eine Schraube am Wandler abgelassen werden.

Immer versuchen so viel Öl wie möglich aus dem Getriebe zu bekommen und den Filter wechseln!

Im Grunde ist der Ablauf beim Ölwechsel der gleiche wie bei einem neuen Getriebe.

Fängt man jedoch die abgelassene Menge auf, kann man damit die berechnete Menge vergleichen und entsprechend überprüfen.

Ansonsten wie oben mit Punkt 4 arbeiten.

21 thoughts on “Die richtige Füllmenge für US Automatikgetriebe”

  1. Hallo, verstehe nicht so ganz wie die aus der Tabelle entnommene Gesamtmenge (Getriebe+Wandler?) beim ersten Mal rein passen soll. Am Peilstab ist doch schon viel früher etwas zu sehen. Eigentlich ja schon bevor überhaupt die eigentliche Getriebe Füllmenge erreicht ist. Was kann passieren wenn mit einer zu geringen Ölmenge kurz in Stellung P gestartet wird?

    1. Hallo chevel, was du da hast passt genau zu dem Problem.
      Beim ersten Einfüllen läuft das Öl nur in die Wanne vom Getriebe und die anderen Bereiche (Kupplungstrommeln, Steuerung und Wandler) bleiben noch leer.
      Deshalb nur vorsichtig mit 2-3 Lieter anfangen bis der Peilstab was anzeigt und dann den Motor kurz starten und wieder aus machen. Danach wieder weiter füllen.

      Wenn mit einer geringen Ölmenge in Stellung P gestartet wird, kann soweit nichts passieren.
      Es sei denn es ist komplett ohne Öl oder absolut zu wenig. Deswegen beim ersten mal sicher stellen, dass sich eine ausreichende Menge in der Ölwanne befindet um die Ölpumpe zu füllen.
      Solange der Wandler, der als letztes Öl bekommt, nicht gefüllt ist wird im Getriebe nur die Ölpumpe bewegt.

      Die Menge aus der Tabelle kann je nach Bauart auch abweichen. Hier bitte wie beschrieben selbst die Menge finden die das Getriebe braucht.

      Klare Merkmale:
      – Zu wenig Öl und das Getriebe macht keinen Kraftschluss oder schaltet nicht
      – Zu Viel Öl erzeugt Ölverlust und beschädigt die Simmeringe

      Ich versuche also immer an der unteren Grenze zu bleiben da sich ja auch die Anzeige bei warmen Öl nach oben bewegt.

      Füllen bis zur unteren Markierung und dann Prüfen ob Kraftschluss und Schaltvorgänge laufen. Wird das nicht erreicht dann nochmal Prüfen und weiter füllen.

  2. Hallo Zusammen,
    ich habe mir eine Corvette Baujahr 1988 mit Automatikgetriebe zugelegt. Nun ist es so, dass es immer sehr stark ruckt wenn ich auf R oder auf D schalte.
    Was kann ich tun um diesen Zustand zu bessern. Ich habe Angst, dass es Folgeschäden gibt.
    Viele Grüße
    Ulf

    1. Hallo, also das “Rucken” ist eigentlich ein gutes Signal für den Zustand von deinem Getriebe. Wenn der Öldruck gut ist kommen die Fahrstufen schnell und fest.
      Bei älteren Autos mit hoher Fahrleistung wird der Punkt beim einlegen des Gangs durch das Spiel in den folgenden Komponenten verstärkt.
      Ausgangslager, Kreutzgelenke, Radlager und Differenzial geben den Ruck verstärkt zurück. Gerade wenn der Motor noch im Katstart die Leerlaufdrehzahl angehoben hat kracht es bei einigen Autos heftig im Antriebsstrang.
      Versuche einfach beim einlegen der Fahrstufe bereits den Fuß von der Bremse zu nehmen. Dann wird die Kraft gleich in Vortrieb umgesetzt und der Schlag ist weg.
      Auch etwas warten bis sich die Drehzahl vom Kaltstart abgesenkt hat hilft dabei.

      Hast du noch die TPI Einspritzanlage aktiv oder wurde der Motor umgebaut auf Vergaser?

      Alternativ bleibt nur die Komponenten zu überarbeiten, was bei der Corvette allerdings bedeutet das alleine 6 Kreuze zu erneuern wären.
      Und auch die Überholung des Differenzialgetriebes erfordert einiges an Spezialwerkzeug.

    1. Hi, also bei einer “Standard” Ölwanne ist die Menge zwischen MIN und MAX ca. 1 Lieter. Bitte darauf achten das dort das Getriebe nicht überfüllt wird.
      Es kann sein das der Automat bei Minimalanzeige (Kalt) absolut sauber funktioniert. Die Menge ist dann auch ausreichend.
      Bei gleichem Füllstand zeigt der Stab mit warmen Getriebeöl schon etwas mehr an.
      Deswegen bitte nur bei Warmen Getriebeöl und Wählhebel in Park messen.

  3. Hallo,
    ich habe bei meinem GMC Sprint (baugleich Chevy El Camino) , Bj.1976, das Problem, dass das Getriebeöl im Stand komplett ausläuft. Beim Fahren ist alles absolut dicht. Sobald das Ding steht, läufz Öl raus. Ist komplett neu abgedichtet. Tachoantrieb , Schaltwelle und Einfüllstutzen scheiden als Leckageort ebenfalls aus.
    Hat jemand schon ähnliches erlebt oder hat jemand eine Idee ?

    1. Hi, also die Getriebe haben die Eigenart das nach dem Abstellen das Öl was auf den rotierenden Teilen war wieder in die Ölwanne zurück läuft.
      Dadurch kann der messbare Ölstand bei längerem stehen stark ansteigen. Deswegen soll auch nur bei laufendem Motor und Betriebstemparatur gemessen werden.
      Abhängig vom Füllstand werden auch verschiedene Dichtungen beansprucht. Ist der Füllstand richtig, werden folgende Dichtungen im Stand nicht beansprucht:

      • Simmering Getriebeausgang
      • Peilrohrdichtung
      • Modulatordichtung
      • Simmering Wandler

      Durch zu viel Getriebe Öl können neue Dichtungen auch schnell beschädigt werden.

      Oft ist bei/nach dem längeren Abstellen bei US Getrieben eine Pfütze Öl zu erkennen.

      Ich würde da mal alles sauber wischen und wieder Öl auffüllen.
      Dann am besten über einem sauberen Pappdeckel Parken und sobald die ersten Tropfen kommen, schauen aus welchem Bereich diese sind.
      Im Stand ist bei einer richtigen Füllmenge das Öl in der Mitte vom Getriebe.
      Kommt etwas Richtung Motor kann der Simmering oder die Pumpendichtung die Ursache sein. Ist das Leck wo anders.

      Das ein Getriebe im Stand die komplette Füllung verliert geht technisch nicht. Es befindet sich Öl an und in so vielen unterschiedlichen
      Bereichen und Bauteilen, dass selbst ein zerlegtes Getriebe was zwei Wochen auf dem Tisch liegt noch Ölreste enthält.

      Such mal nach dem Bereich wo das Öl ausläuft und mach ein Foto. Dann kann man das genauer einkreisen was da los ist.

      Ich gehe mal davon aus das du ein TH350 Getriebe hast und das mit DextronII ATF betreibst.

      1. Danke für die rasche und umfassende Antwort.
        Stimmt, es ist ein TH350 mit Dextron II-Füllung.
        Ich werde nach Deinem Rat vorgehen und versuchen den Ort der Leckage einzukreisen. Auf der Bühne konnten wir auf jeden Fall noch keinen Austrittsort lokalisieren. Nach 2-3 Wochen Standzeit bildet sich dann die besagte Pfütze.
        Nochmals Danke für Deinen support.

  4. Hallo,
    hab mein TH350 überholt. Funktioniert soweit auch wie es soll. Ölstand habe ich am unteren Limit, da es sonst bei Stillstand aus der Peilstabbohrung sifft. Mein Problem: Ab und zu reagiert das Getriebe nicht auf den eingelegten Gang. Sprich, ich schalte auf D, der Gang geht rein. Schalte auf R, Gang get rein. Schalte auf N, Gang raus. Und nun geht kein Gang mehr rein, egal was ich wähle.
    2 Minuten später geht alles wieder. Ich könnte mir vorstellen das das Schaltventil “hängt”, bzw zu wenig Öldruck bekommt, wobei eine Drehzahlerhöhung auch nichts bringt. Also doch evtl. die Füllmenge?

    1. Hallo Dieter, also das Manual sagt zuerst dazu “Check Trans Oil Level” und “Check Outside Manual Linkage&Correct”.

      Also ich würde mal den Ölstand wieder auf “normal” machen und das Gestänge prüfen.

      Welches Öl fährst du und hast du einen externe zusätzlichen Ölkühler verbaut?

      Um zu testen ob da evtl. noch ein anderer Fehler im Spiel ist, würde ich mal eine Druckprüfung machen.

      Mit der Prüfung LINE PRESSURE TEST kann der “Fehler” genauer eingekreist werden.

      1. Danke für die schnelle Antwort!
        Das Gestänge is soweit in Ordnung und vom Gefühl her rastet auch alles wie es soll. Nur der “Ruck” für den Kraftschluß bleibt sporadisch aus. Werde es mit etwas mehr öl testen. Öl ist Dexon 3, ohne Zusatzölkühler, nur der im (neuen) Wasserkühler. Durchgang ist da. Ich schau mal wie ich den Line Pressure Test hinbekomme 😉

        1. Hi, ich habe jetzt den LINE – PRESSURE TEST mal als Beitrag in den Blog geschrieben. Evtl. hilft das ja weiter.
          Ich bin übrigens der Meinung das die meisten DEXTRON III Öle für die alten Getriebe nicht sind. Ich tät da eher nen ATF A oder maximal nen DEXTRON II rein kippen.

          LINE PRESSURE TEST

  5. Moin. Hab ein Problem mit meinem 4L60E Getriebe. Das in einem GMC Vandura 1993 sitzt. Wenn er kalt ist, beschleunigt er relativ gut, schaltet auch gut. Wenn er warm wird/ist dann geht die Geschwindigkeit auf 50-60km/h runter und er fährt wie an einem Gummiband. Rückwärts zieht er gut an aber vorwärts geht die Drehzahl hoch und er kommt nicht zu potte. Wenn er schalten soll, muss ich erst vom Gas langsam runter gehen. Woran kann das liegen?
    Mit freundlichen Grüßen volli

    1. Hi, das schaut nach einem schlechten Öldruck aus.

      Wieviele Kilometer/Meile hat den das Getriebe auf dem Buckel?
      Wann wurde der letzte Ölwechsel im Getriebe gemacht?
      Wurde der Filter mit gewechselt?
      Welches Öl wurde verwendet?

          1. Nein. Fehler meldet er keine.
            ATF top trc 1100.
            Oder könnte es daran liegen das die öldruckanzeige bei warmen Motor am roten Bereich ist und im kalten bei halb.?

          2. Also an der Öldruckanzeige liegt es ganz bestimmt nicht. Die ist nur für den Motoröldruck.
            So wie ich das sehe ist wohl dein Getriebe soweit verschlissen das der Systemdruck nicht mehr ausreicht.
            Um das genau eingrenzen zu können würde ich einen Line Pressure Test machen.
            Damit kannst du im eingebauten Zustand messen wieviel Öldruck dein Getriebe noch aufbaut.
            Dazu solltest du eine Anzeige an den Druckport (Fahrerseite oberhalb des Schaltgestänges) anschließen
            und wie in dem Beitrag hier LINE PRESSURE TEST
            prüfen.
            Der Beitrag ist für ein TH350 beim 4L60 sollten die Drücke wie folgt sein:
            Wählhebel auf D min. 55-65 PSI bis max. 170-190 PSI
            Wählhebel auf R min. 64-75 PSI bis max. 300-325 PSI

            Wenn das NICHT passt,kann man nur eine Überholung empfehlen.
            Es gibt zwar noch Trick’s mit dem man den Öldruck wieder künstlich retten kann, aber die Hardwareteile sind nach 160.000 mls bestimmt auch schon an anderer Stelle
            mitgenommen.

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